
Dr. med. Johannes Atta
Geschäftsführer, Qualified Person (QP) und Verantwortliche Person (VerP), ANOVA Institute for Regenerative Medicine
Facharzt für Innere Medizin – Hämatologie, Onkologie und Infektiologie
Akademischer Hämatologe und Onkologe – die evidenzbasierte Strenge der Leukämie-Medizin, übertragen auf das Grenzgebiet der zellbasierten Therapie.
Johannes Atta kam über die Geisteswissenschaften zur Medizin – und ließ sie nie ganz hinter sich. Er studierte Medizin an den Universitäten Würzburg und Frankfurt und daneben Philosophie und klassische Philologie, mit Studienaufenthalten an der University of Western Australia und an der Harvard Medical School in Boston. Für einen Onkologen ist das eine ungewöhnliche Prägung, und sie zeigt sich in seiner Art zu praktizieren: in der Bereitschaft, eine schwierige Frage auszuhalten, statt sie vorschnell aufzulösen, und in der Sorgfalt, mit der er zwischen tatsächlich Gewusstem und bloß Angenommenem unterscheidet.
Seine klinische Ausbildung absolvierte er in einem der anspruchsvollsten Umfelder der europäischen Hämatologie. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Medizinischen Klinik III des Universitätsklinikums Frankfurt arbeitete er unter Professor Dieter Hoelzer auf dem Gebiet der akuten lymphatischen Leukämie (ALL) des Erwachsenen – einer Erkrankung, bei der das Überleben nicht durch Eingebung, sondern durch Protokolldisziplin, präzise Risikostratifizierung und die Messung der minimalen Resterkrankung bis zur letzten nachweisbaren Zelle errungen wird. Seine eigene Forschung jener Zeit befasste sich mit der Aufreinigung BCR-ABL-positiver Leukämiezellen aus Stammzelltransplantaten mittels immunmagnetischer Separation, und er trug zu den deutschen Multicenter-Studien bei, die bis heute gültige Behandlungsstandards für die ALL des Erwachsenen etablierten.
Es folgten leitende Positionen als Oberarzt in der Klinik für Hämatologie und Onkologie der Universität Gießen unter Professor Mathias Rummel sowie an der Medizinischen Klinik II des Universitätsklinikums Frankfurt unter Professor Hubert Serve. Mehrere Jahre lang hatte er zudem eine Professur an der Goethe-Universität Frankfurt inne. Er ist Facharzt für Innere Medizin mit den Zusatzqualifikationen Hämatologie und Onkologie, Infektiologie sowie ärztliches Qualitätsmanagement – eine Kombination, die in der zellbasierten Therapie mehr wiegt, als es zunächst scheinen mag, da Patientinnen und Patienten unter solchen Behandlungen häufig immunologisch verletzlich sind und der Spielraum für infektiöse Komplikationen gering ist.
Er leitete das Tumortherapie-Zentrum am Institut für Bildgebende Diagnostik in Offenbach und war klinischer Leiter der dort unter seiner Aufsicht aufgebauten Einheit für die Herstellung und Anwendung mesenchymaler Stammzellen (MSC) – eine Arbeit, die in direkter Kontinuität zu dem steht, was ANOVA heute tut. Bei ANOVA ist er Geschäftsführer, Qualified Person (GMP) und Verantwortliche Person (§ 20b, c AMG) sowie freigebender Arzt für Substanzen menschlichen Ursprungs (SOHO) und berät das Institut als Consultant.
Seine Rolle ist im Grunde die des klinischen Gewissens des Instituts. Regenerative und experimentelle Medizin weckt Hoffnung, und Hoffnung ist nicht immer ein verlässlicher Ratgeber in Fragen der Evidenz; ein Onkologe, der in einer Disziplin ausgebildet wurde, in der jede Behauptung gegen eine kontrollierte Studie verteidigt werden muss, ist genau der Richtige, um diese Linie zu halten. Patientinnen und Patienten, die mit einer Krebsdiagnose zu ANOVA kommen, treffen in ihm einen Arzt, der seine Laufbahn am schwierigen Ende der Onkologie verbracht hat und der ihnen klar sagt, was eine Behandlung leisten kann – und was nicht.
Ausgewählte Publikationen
- Atta J, Fauth F, Keyser M, et al. Purging in BCR-ABL-positive acute lymphoblastic leukemia using immunomagnetic beads: comparison of residual leukemia and purging efficiency in bone marrow vs peripheral blood stem cells by semiquantitative polymerase chain reaction. Bone Marrow Transplant 2000;25:97–104.
- Gökbuget N, Arnold R, Atta J, et al. Compound GW506U78 (nelarabine) has high single-drug activity and good feasibility in heavily pretreated relapsed T-lymphoblastic leukaemia and T-lymphoblastic lymphoma. German Multicenter Study Group for Adult ALL (GMALL), 2005.
- Martin H, Atta J, Fauth F, et al. Autologous BMT/PBSCT in patients with BCR-ABL-positive acute lymphoblastic leukemia. Bone Marrow Transplant 1998;21(Suppl).
- Klein N, Guenther E, Zapf S, El-Idrissi R, Atta J, Stehling M. Prostate cancer infiltrating the bladder sphincter successfully treated with electrochemotherapy: a case report. Clin Case Rep 2017;5(12):2127–2132.